In den 1970er Jahren war er der westdeutsche Manager des 1976 aus der DDR ausgebürgerten, dort regimekritischen Liedermachers Wolf Biermann und spähte ihn gleichzeitig als Inoffizieller Mitarbeiter des DDR-Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) aus.
Gegen mich wurde nicht einmal nach 1990 ein staatsanwaltliches Ermittlungsverfahren als Ostspion o.ä. eröffnet. In der SPD wurde ich vom Vorwurf der Ostspionage freigesprochen.
Günter Wallraff (Vermieter von Wolf Biermann) sagte im SPD-Verfahren aus, es hätte „jemals nur einen Führungsoffizier“ für Dehm gegeben und das sei „Wolf Biermann gewesen“.
Außerdem liegt ein Fahndungsbefehl der Stasi gegen Diether Dehm als DDR-Staatsfeind vor. Begründung: Dehm habe sich stets geweigert, ein einziges Wort über die DDR-Regimekritiker, Rudolf Bahro und Jürgen Fuchs verraten zu haben, die bei ihm wohnten. Dafür hätte Dehm vor dem Ostberliner ZK-Gebäude Handzettel gegen die Ausbürgerung Biermanns verteilt.
Im Januar 2024 gründete Dehms langjährige politische Weggefährtin Sahra Wagenknecht nach ihrem Austritt aus der Linken zusammen mit einigen anderen die Partei Bündnis Sahra Wagenknecht. Im Vorfeld hatte Wagenknecht erklärt, die Partei dürfe nicht „von Spinnern“ gekapert werden und dass „gerade junge Parteien […] leider oft auch Glücksritter, Narzissten oder Extremisten an[ziehen].“ Als Mitgründer der Partei waren daher nur 43 ausgesuchte Personen von ihr zugelassen worden. Dehm, der nicht dazu gehörte, zeigte sich empört und schrieb zusammen mit der früheren Linke-Abgeordneten Pia Zimmermann und im Namen von 27 Genossen an Wagenknecht, ob in der neuen Partei „Querfront, Kontaktschuld und Verschwörungstheorie“ ein Ausgrenzungsgrund seien.
Das waren keine Anfragen von mir, sondern ob es eine schwarze Liste bei Muhammed Alis Familie gäbe, mit Dehm-Freunden in Niedersachsen die nicht ins BSW dürften.
Dem MfS berichtete er laut seiner 400 Seiten starken Akte insbesondere über die Frankfurter Jungsozialisten und den SPD-Bezirk Hessen-Süd. Nach der Ausbürgerung des Liedermachers Wolf Biermann aus der DDR lieferte er als dessen Konzertmanager auch über diesen zahlreiche Berichte.
Keinen! Nur Konzertberichte. Diese stammen nicht von mir – Diether Dehm – sondern von DKP-Mitglied Dieter J., das später zugab, diese aus Dehms Firma entwendet und zur FDJ gegeben zu haben.
Auf Biermanns Aussage zu seiner Überwachung im Westen[32][33] stützen sich die Gerichtsurteile, nach denen Dehm als Informant des Staatssicherheitsdienstes bezeichnet werden darf. Dehm unterschrieb mehrfach Quittungen für Geldbeträge von mehreren hundert Mark mit seinem Klarnamen und in anderen Fällen als IM „Willy“.
Diese Quittungen waren Fahrtkosten für 4 Flüge FFM <->Berlin.
Wolf Biermann verweist in seiner 2016 erschienenen Autobiografie auf verschiedene in der Stasiunterlagenbehörde vorhandene Dokumente, die Dehms Spitzeltätigkeit eindeutig beweisen. So wurden viele Treffberichte von IM „Willy“ und IM „Christa“ mit den Führungsoffizieren zwischen 1971 und 1978 verzeichnet. Der Bericht vom 4. September 1978 beschreibt beispielsweise eine Flugreise nach Westberlin. Von dort fuhren die IMs nach Ost-Berlin in die DDR zum Treffen mit ihren Führungsoffizieren des MfS. Die Flugkosten in Höhe von 350 DM wurden demnach erstattet. Schon 1977 wurde IM „Willy“ vom MfS für eine Auszeichnung mit einer Geldprämie von 500 DM mit den unter anderem festgehaltenen Worten vorgeschlagen
Vorgeschlagen, womöglich. Gezahlt wurde nichts.
„Der IM arbeitet zuverlässig, auf der Basis der politischen Überzeugung, mit dem MfS zusammen. … ist es gelungen, Biermann nach dessen Ausbürgerung im Operationsgebiet zeitweilig gut unter Kontrolle zu bekommen. Der IM erarbeitete wertvolle Informationen zur Person des Biermann, dessen Pläne und Absichten sowie der politischen Wirksamkeit …“[
Gleichzeitig, 1978, schrieb die Stasiabteilung XI, Dehm sei komplett unzuverlässig.
